"DAS KLAVIER IST MEIN ZWEITES ICH" - FRÉDÉRIC CHOPIN
"DAS KLAVIER IST MEIN ZWEITES ICH" - FRÉDÉRIC CHOPIN

Frédéric Chopin

Darstellung Frédéric Chopins (1810-1849) von Eugene Ferdinand Victor Delacroix (1798-1863)

Frédéric Chopin - Komponist, Pianist und Pädagoge

Elisabeth Hajduk-Brunsch, September 2010


"Warum denn Klavierinstitut Frédéric Chopin?" fragte mich eine Schülerin. Es war die erste Frage, nachdem ich der Gruppe die Neugründung meines Instituts bekannt gegeben hatte. Warum Chopin? Für mich war und ist das so klar, dass mich die Frage überraschte.

Meine erste Begegnung mit Chopin fand in meiner frühesten Kindheit im Elternhaus statt. Im Haushalt befanden sich einige Schallplatten mit Polonaisen, Mazurken und anderen Stücken des Komponisten, die immer wieder einmal im Hintergrund erklangen. Ich fand dies bereits als Kind ansprechend und tanzte frei nach dieser Musik im Wohnzimmer herum.

Als ich irgendwann mit meinen ersten Chopin-Stücken begann, waren diese mir nicht mehr fremd. Ich hatte diese ja bereits gehört und eine klare Vorstellung davon, wie ich sie spielen und interpretieren wollte. Es war für mich die Öffnung in meine Welt der Musik ...

Auch später, im Musikstudium, führte mich der Weg immer wieder zu den Kompositionen Chopins. Der Name Frédéric Chopin war in der Welt immer untrennbar mit dem romantischen Klavierspiel verbunden, denn in Frédéric Chopins Schaffen nahm das Klavier die eine, alles überragende Rolle ein. Er schrieb Meisterwerke ausschließlich für das Klavier, die ich alle studieren durfte. Er komponierte weder eine Symphonie noch eine Oper. Eine Komposition ohne das Klavier im Mittelpunkt - bei Chopin undenkbar! Sein überlieferter Ausspruch „Das Klavier ist mein zweites Ich“ – er unterstreicht für mich die körperlich-seelische Verschmelzung des Tasteninstrumentes mit dem Komponisten.

Seine Konzerttätigkeit war nicht so ausgeprägt wie bei anderen Komponisten, weil er oft kränkelte und von zarter Statur war. Er fühlte sich vom großen Publikum erdrückt und spielte lieber vor kleineren Kreisen in den Salons der Pariser Adelsszene, die sofort restlos ausverkauft waren.

Chopin war ein überaus guter und begehrter, ja beliebter Klavierlehrer in Paris. Er hat zeitlebens etwa 150 Klavierschüler unterrichtet. In seinem Unterricht achtete Chopin vor allem und besonders auf die Klangschönheit und Lockerheit beim Spiel seiner Schüler – Eigenschaften und Ziele, mit denen ich mein Institut durch seine Namensgebung besonders verbinden möchte.

Ich wünschte, es gäbe Tonaufnahmen, die uns heute eine Ahnung von dem geben könnten, wie Chopins Spiel am Klavier klang. Es muss ein unvergleichliches Erlebnis gewesen sein, wenn man die Berichte der Zeitzeugen liest: "Sein wunderbares Spiel werde ich bis zum letzten Atemzug nicht vergessen. Noch keiner hat je die Tasten derart berührt" (Komponist Ferdinand Hiller). Heinrich Heine nannte Chopin einen "Raffael des Fortepiano" und der Pianist Ignaz Moscheles "… einen Sänger (am Klavier), der seinen Gefühlen Ausdruck verleiht."

Warum Chopin? ... Das Klavier war sein zweites Ich.

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